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| Mit der Herausbildung des Feudalismus entstanden auch auf Rügen Burgen als Wohnsitze der grundbesitzenden Herrscher. Von diesen frühmittelalterlichen Bauten sind zumeist nur die stattlichen Wallanlagen erhalten. So z.B. die im 11./12. Jahrhundert entstandenen Wälle der Fürsten- und Tempelburgen bei Garz, Arkona , Bergen (Rugard) und Venz (Charenza). |
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Erst aus dem 16./17. Jahrhundert, der Zeit, in der sich auch die Rügenschen Adelshöfe von Gutswirtschaft in Gutsherrschaft wandelten, haben sich Bauten so erhalten, dass ihre ursprüngliche Form nachvollziehbar ist. Zu den Beispielen jener Zeit gehören in ihrem Kern die Herrenhäuser von Boldevitz, Granskevitz und Venz . |
Nach dem 30-jährigen Krieg wurden viele Herrenhäuser im Sinne des Barock wieder auf- bzw. umgebaut.
Die aufwendigeren Herrenhäuser der im ausgehenden 18. und frühen 19. Jahrhundert vergrößerten bzw. neu entstandenen Gutsanlagen wurden in Formen des Klassizismus errichtet. Viele dieser Häuser waren aber auch nur sehr einfache Zweckbauten, zumeist errichtet als eingeschossige Fachwerk- oder verputzte Backsteinbauten.
Im 19. Jahrhundert entstanden eine Reihe von neuen historisch geprägten Gutsanlagen. Aber auch bereits länger bestehende wurden gemäß dem damaligen Zeitgeschmack umgebaut. Dazu zählen z. B. die Herrenhäuser Streu und Zubzow.
Seit der letzten Jahrhundertwende nahmen die Herrenhäuser vielfach städtische, villenartige Formen an wie z.B. in Varbelvitz. Aber es entstanden auch schlossartige Bauten, die vom großen Repäsentationswillen ihrer Bauherren zeugen. Diese verfügten zumeist über sehr großen Grundbesitz und oftmals auch industrielle Anlagen.
Zu DDR-Zeiten wurde von den noch vorhandenen 165 Schlössern und Herrenhäusern eines museal genutzt , vier dienten als gewerkschaftliche oder betriebliche Ferienheime, in zwei Herrenhäusern befanden sich Altenheime (Kapelle), vier dienten als Schulgebäude (Ummanz), eines wurde von sowjetischen Truppen genutzt und eines beherbergte eine zentrale Schulungsstätte. Verwaltungseinrichtungen befanden sich neben Wohnungen in mindestens vier Häusern (Boldevitz, Granskevitz, und Venz). Der überwiegende Teil (mehr als 85 %) wurde ausschließlich zu Wohnzwecken genutzt.
Der notwendige Bauunterhalt wurde - wenn überhaupt- nur sehr sporadisch durchgeführt. Diese unbewohnten Häuser nahm permanent zu und wurden somit dem Verfall preisgegeben. Bis heute ist es zu vielen Abrissen gekommen, weitere Herrenhäuser sind akut in ihrem Bestand gefährdet.
Doch es gibt auch viele positive Beispiele. In einigen Fällen haben die früheren Eigentümer ihren Besitz oder den ihrer Familie wieder erworben und vielfach bereits zugehörige Herrenhäuser aufwendig instand gesetzt. Es bleibt zu hoffen, dass die Zahl dieser Häuser weiter wächst und somit wertvolles Kulturerbe gerettet werden kann.
Mehr Informationen erhalten Sie unter Herrenhäuser
(Quelle: „Schlösser und Herrenhäuser auf Rügen“ von Sabine Bock und Thomas Helms) |
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